Förderschwerpunkt Sprache

Sprache ist für nahezu jeden Lernprozess von Bedeutung. Sie ist Lernmedium und Wissensträger und nicht selten selbst expliziter Unterrichtsgegenstand (vgl. Sallat & Schönauer-Schneider 2015, S. 70). Zudem stellt der sprachliche Austausch mit anderen ein grundlegendes Gerüst für das soziale Handeln und für das emotionale Erleben im Lern- und Lebensraum Schule dar (vgl. Mußmann 2012, S. 2).

Mit Blick auf die Erfahrung sozialer Teilhabe, auf den Bildungserfolg und den Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes sehen sich Kinder und Jugendliche mit sprachlichen Beeinträchtigungen daher vor große Herausforderungen gestellt. Ein professioneller inklusiver Unterricht muss dies berücksichtigen und auch im Lernbereich Mathematik passende Unterstützungssysteme bereitstellen bzw. entwickeln.

Anhand einer fiktiven Unterrichtssituation, die als „Einstieg“ in dieses Modul entwickelt wird, soll zunächst das Bewusstsein für eventuelle Stolpersteine im Lernen und in der unterrichtlichen Teilhabe von Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt Sprache geschärft werden, die durch die sprachlich-kommunikativen Anforderungen im Mathematikunterricht entstehen können.

Aus wissenschaftlicher Sicht besteht ein unbestrittener Zusammenhang zwischen der Entwicklung sprachlicher und mathematischer Kompetenzen, auch wenn die Bedeutung von Sprache im Mathematikunterricht nicht allen Lehrerinnen und Lehrern ausreichend klar ist (vgl. Schröder & Ritterfeld 2014). Im Teilmodul „Unterricht“ werden Hinweise gegeben, in denen sprachspezifische Rahmenbedingungen für den Unterricht berücksichtigt werden. Der Fokus liegt hierbei auf der bewusst gestalteten Lehrersprache.

Das anschließende Teilmodul „Hintergrund“ erläutert verschiedene charakteristische Merkmale im Erleben von Schule und Unterricht zu skizzieren. Für Lehrerinnen und Lehrer ist es mit Blick auf die Unterrichtgestaltung wichtig zu verstehen, welche sprachspezifischen Schwierigkeiten im (Mathematik-)Unterricht bestehen können und wie diese sich auf das Lernen und Zusammenleben in der Schule auswirken können.

Im Teilmodul „Vertiefende Informationen“ wird unterschiedlichen Fragestellungen nachgegangen, die bei der intensiven Auseinandersetzung mit einem Förderschwerpunkt aufkommen können.  

  • Definitionen und Daten: Was ist z.B. gemeint, wenn von sprachlichen BeeinträchtigungenSprachentwicklungsstörungen oder Sprachbehinderung die Rede ist? In welcher Beziehung stehen diese Begriffe zum Begriff des Förderschwerpunkts Sprache? Wie häufig kommen Lernende mit Unterstützungsbedarf Sprache und Kommunikation in unseren Schulen vor?
  • Bedingungsfaktoren: Was sind die wichtigsten biopsychosozialen Faktoren, welche die Entstehung von Sprachentwicklungsstörungen erklären können?
  • Diagnostik: Wie gehe ich als Lehrer oder Lehrerin einen gut geplanten diagnostischen Prozess an, damit ich auch im inklusiven Unterricht diagnostisch fundiert handeln und bei Bedarf auf entsprechende sonderpädagogische Ressourcen zurückgreifen kann?

 



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