Herzlich willkommen

Zeichnerische Darstellung eines Unterrichtsszenarios eines inklusiven Mathematikunterrichts zum Thema Quadrat-Vierlinge.  Der Arbeitsauftrag, „Finde verschiedene Vierlinge“, ist an der Tafel notiert. Neben der Aufgabenstellung hängt ein Bild, auf dem das Symbol einer Lupe dargestellt wird. Neben der Tafel ist ein Wortspeicherplakat befestigt, welches folgende Begriffe umfasst: das Quadrat, die Seite, die Ecke, Einling, Zwilling, Drilling, gleich und verschieden. Jeder Begriff ist auf dem Wortspeicherplakat durch eine Abbildung veranschaulicht. Acht Kinder setzen sich auf jeweils unterschiedliche Weise mit der Aufgabenstellung auseinander. Ein Mädchen steht vor dem Wortspeicherplakat und deutet mit der linken Hand auf die Veranschaulichung zum Begriff „gleich“, mit der rechten Hand zeigt es auf den Begriff „Drilling“.  An einem Tisch sitzen zwei Kinder. Ein Junge schaut konzentriert vor sich auf den Tisch und legt mit Quadraten verschiedene Vierlinge auf dem Tisch. Das Mädchen an dem Tisch schaut zu dem Mädchen vor dem Wortspeicherplakat. Sie hat vor sich ein Blatt liegen.  An einem anderen Tisch sitzen ebenfalls zwei Kinder. Einer der Jungen hat ein Blatt vor sich liegen, auf dem er etwas notiert hat. Er scheint nachzudenken. Ein anderes Kind steht hinter dem Tisch und hält ein Blatt hoch, auf dem fünf verschiedene Vierlinge abgebildet sind. Möglicherweise präsentiert sie ihre Ergebnisse dem nachdenkenden Jungen. Der andere Junge sitzt auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches und zeichnet Vierlinge auf Karopapier. Auf dem Tische befindet sich ein Kästchen, das mit „Tipps“ beschriftet ist. Ein Junge sitzt auf dem Boden und legt mit größeren Quadraten Vierlinge. Neben ihm liegen ein Vierling und ein Drilling, aus Quadraten zusammengeklebt. Seine Gesichtszüge ähneln denen eines Kindes mit dem Down-Syndrom. Ein Mädchen hält ein Blatt in der Hand, auf dem zwei verschiedenen Vierlingen abgebildet sind. Sie berührt einen der erwachsenen Begleiter. Zwei Erwachsene beobachten und unterstützen die Schülerinnen und Schüler scheinbar bei Bedarf.

Inklusiver Mathematikunterricht im Fokus

Das Projekt
Gestartet wurde das Projekt „Mathematik inklusiv mit PIKAS“ im Jahre 2015 mit der primären Zielsetzung, Lehrkräfte der Primarstufe bei der Planung, Durchführung und Reflexion inklusiven Mathematikunterrichts zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurden bislang einige grundlegende Unterrichtsmaterialien entwickelt, Informationstexte verfasst und gleichermaßen mathematikdidaktisch wie auch sonderpädagogisch fundierte Konzeptionen entworfen.
 
Uns ist dabei bewusst, dass die Thematik „Inklusion“ in vielen Schulen diskutiert wird und dass Schulen und Lehrkräfte vor großen Herausforderungen stehen. Wenngleich eine Webseite sicher nicht alle Fragen, die sich im Rahmen von inklusivem (Mathematik-)unterricht stellen, beantworten kann, hoffen wir dennoch, dass die hier vorgestellten Unterrichtsideen und Hintergrundinformationen eine Hilfe darstellen und Ihnen praxisnahe Unterstützung bieten. 
 
Die Unterrichtsmaterialien können direkt im Unterricht eingesetzt werden, haben aber vor allem exemplarischen Charakter: Durch die beispielhaften Konkretisierungen soll eine Sensibilisierung für die Grundzüge guten inklusiven Mathematikunterrichts erreicht und ein Einblick in die verschiedenen Unterstützungsbedarfe gegeben werden. Da die Webseite grundlegend auf Weiterentwicklung angelegt ist, wird das bereits bestehende Angebot an Hintergrundinformationen und –texten sowie an Materialien und Ideen für den Unterricht in den nächsten Jahren noch kontinuierlich ausgebaut und ergänzt.
 

Der Begriff „Inklusion“
Obwohl – oder gerade weil – der Begriff „Inklusion“ einen sehr hohen Bekanntheitsgrad hat, ist sein Verständnis vielfältig. Um für diese Webseite eine gemeinsame Verstehens- und Gesprächsgrundlage festzulegen, nutzen wir eine klare und umfassende Definition:
"Menschen sind unterschiedlich, sie können es sein, ohne daraus Diskriminierungen erleiden zu müssen, und der Staat ergreift Vorkehrungen, die ihnen gerechte Chancen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, Hautfarbe, ihrem Migrationshintergrund, ihren Eigenschaften und Zuschreibungen, ihren sexuellen oder anderen Orientierungen, ihren sozialen, ökonomischen oder kulturellen Benachteiligungen, ihrer Religion oder Behinderung ermöglichen." (Kersten Reich, Inklusion und Bildungsgerechtigkeit 2012, S. 7)

Anknüpfend an diese Definition ist Inklusion die Umsetzung von Chancengerechtigkeit für jeden einzelnen Menschen. Gemeinsam Mathematiklernen im Sinne der Inklusion bedeutet daher die Ermöglichung der Teilhabe aller am Unterricht an einer Schule des Gemeinsamen Lernens, unabhängig von Geschlecht, besonderen Lernbedürfnissen, Religion, sozialem Status, usw.. Damit dabei jedes Kind erfolgreich lernen kann, ist die Balance zwischen Individualisierung einerseits und die bewusste Anregung gemeinsamer Lernsituationen andererseits ein wesentlicher Aspekt im inklusiven (Mathematik-) Unterricht.
 

Die ,Mathe inklusiv'-Webseite

Die Webseite ist unterteilt in vier Rubriken, die für die Gestaltung eines inklusiven Mathematikunterrichts relevant sind und im Folgenden kurz umschrieben werden.
 

  • In der Rubrik „Leitideen“ werden inhaltsübergreifende Aspekte des Mathematikunterrichts betrachtet, anhand von Schülerdokumenten näher erläutert und es wird explizit auf ihren Nutzen im Zusammenhang mit inklusiven Lerngruppen eingegangen. Die gewählten Beispiele sind exemplarisch und können auf unterschiedliche Inhalte übertragen werden.
     
  • In der Rubrik „Inhalte“ werden Themen und Unterrichtsideen für den Einsatz im inklusiven Mathematikunterricht aufbereitet. Dazu werden neben einer ausführlichen Sachanalyse zentraler Inhaltsbereiche Adaptionen grundlegender Aufgabenstellungen (Basisaufgaben) erkundet und mögliche, individuelle Unterstützungsmaßnahmen für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf vorgestellt. Zusätzlich wird anhand von einzelnen Unterrichtssequenzen aufgezeigt, wie gemeinsame Lernsituationen gestaltet und mit einer gemeinsamen Aufgabenstellung verschiedene Lernziele erreicht werden können.
     
  • In der Rubrik Förderschwerpunkte erhalten Sie eine Definition aller sieben Förderschwerpunkte sowie ihrer charakteristischen Merkmale und wichtiger Bedingungsfaktoren. Sie finden Hinweise zur Diagnostik und Anregungen für mögliche Lernumgebungen sowie eine Darstellung einiger wichtiger Schulgesetze und Verordnungen (AO-SF).
     
  • In der Rubrik „Schuleinblicke“ werden Schulen vorgestellt, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, guten inklusiven Mathematikunterricht zu entwickeln und umzusetzen. Zudem werden Ihnen hier Experteninterviews angeboten, in denen verschiedene Fragestellungen bezüglich der Entwicklung eines inklusiven Mathematikunterrichts erörtert werden.

 

Weiterführende Informationen und ergänzende Beispiele finden Sie auch auf den Webseiten unserer Partnerprojekte PIKASPriMakom, Kira und Mathe sicher können - wo genau, wird jeweils auf den Unterseiten kenntlich gemacht.