Eine Lehrerin, eine Schülerin und ein Schüler, die arbeiten. Der Schüler sagt:"Ich habe alles ausgerechnet! MEhr mache ich nicht, das andere kann ich sowieso nicht!" Die Schülerin sagt:"Ich habe etwas entdeckt! Keine Ahnung, wie ich das jetzt aufschreiben soll! Und erklären kann ich das auch nicht!" Die Lehrerin denkt:"Wie kann ich die Kinder dabei unterstützen, sich Entdeckungen bewusst zu machen, sie zu klären und sie verständlich darzustellen?"
Abbildung 1 - Typische Hürden beim gemeinsamen Austausch zwischen Kindern

 

Damit Kinder im mathematischen Gespräch von- und miteinander lernen können, müssen diverse Hürden überwunden werden. Dialogische Lernumgebungen haben im alltäglichen Mathematikunterricht vielleicht auch deswegen einen eher geringen Stellenwert (vgl. Brandt & Nührenbörger 2009). Dies dürfte im gemeinsamen Lernen durch einen größeren Anteil individualisierender Lernangebote sogar noch stärker der Fall sein, obwohl „Lehrpläne wie auch Bildungsstandards betonen, dass ein Lernen auf eigenen Wegen mit einem Lernen von- und miteinander verbunden werden soll“ (ebd., 28).

Damit Schülerinnen und Schüler sich verstehen und im Dialog voneinander lernen können, genügt es aber oft nicht, substantielle Aufgabenformate bereitzustellen und die Kinder aufzufordern, sich ihre Entdeckungen gegenseitig vorzustellen (vgl. ebd.).

Welche Kompetenzen nötig sind und welche Handlungsschritte Schülerinnen und Schüler zum Ziel führen können, verstanden zu werden und sich zunehmend mathematisch auszudrücken, soll das Teilmodul „Dem eigenen Denken auf der Spur“ aufzeigen.