Hintergrund

Aufgaben mit dem Merkmal „Offenheit“ eröffnen dem Kind vielfältige Wahlmöglichkeiten, da die Rechenwege nicht vorgegeben und zudem viele verschiedene Lösungen möglich sind (vgl. Sundermann & Selter, 2006). Die Antworten der Schülerinnen und Schüler sind für die Lehrperson vorher nicht unbedingt klar, da solche Aufgaben keine eindeutigen Lösungen verlangen. Die Aufgabenauswahl erfolgt somit nicht für alle Lernenden einheitlich; durch die Aufgabenstellung wird lediglich ein Rahmen aufgespannt, innerhalb dessen die Schülerinnen und Schüler  z.B. Aufgabendaten frei wählen können (vgl. Krauthausen & Scherer, 2008).

Komplexität und Anspruchsniveau können demnach, ausgehend von spezifischen Lernmöglichkeiten, selbst bestimmt werden. Die zu erwartenden Antworten sind individueller und bisweilen auch kreativer als die Ergebnisse geschlossener Aufgaben. Das Nicht-Vorhandensein eindeutiger Lösungen kann auch der Lehrkraft dazu verhelfen, den Lösungsweg eines Kindes näher zu untersuchen und so ggf. einen anderen Blick auf dessen Kompetenzen zu erhalten. Wie viele Freiheiten offene Aufgaben letztendlich bieten, hängt von der gestellten Aufgabe und damit ihrem „Grad der Öffnung“ sowie dem damit verbundenen Lernziel ab.

Bei Bedarf gibt es verschiedenste Möglichkeiten, wie herkömmliche Aufgaben „geöffnet“ werden können:

  1. ​​​Öffnen durch Weglassen von Informationen
  2. Öffnen durch Weglassen von Vorgaben
  3. Öffnen durch Umkehren
  4. Öffnen durch Verändern
  5. Öffnen durch Beschreiben und Begründen
  6. Öffnen durch Eigenproduktionen

Diese sind in dem Leitfaden „Anregungen zum Öffnen von Mathematikaufgaben“ nochmals genauer erläutert.
 


Weitere Umsetzungsmöglichkeiten von „offenen Aufgaben“ werden nachfolgend in den Unterrichtsbeispielen näher betrachtet.

 


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